Julian Bolte vom WSC Lippstadt gelingt das Triple

Julian Bolte, der Nachwuchskanute und angehende Profi des WSC Lippstadt fuhr am Wochenende auf der Strecke in Markkleeberg sensationell drei Siege in drei Rennen ein. Zur Belohnung gab’s unter anderem den Deutschen Meistertitel und die Qualifikation für die Europameisterschaft in Krakau. Außerdem wurde er Vize Gewinner des Deutschland-Cup.

Unter strengen Hygiene-Auflagen hatte der Deutsche Kanu-Verband im Osten der Republik eine Wettkampfserie gestartet, die es so in der Kanuslalom-Geschichte noch nicht gab: Drei Wettkämpfe an einem Wochenende dienten als Qualifikationsrennen für die Teilnahme an der EM, der Wettkampfserie Deutschlandcup und die Deutsche Meisterschaft. Die Coronakrise hatte Wettkämpfe bisher nicht zugelassen. Auch der ursprünglich im Mai dieses Jahres in Lippstadt geplante Deutschlandcup war der Pandemie zum Opfer gefallen.

Besondere Umstände, die Julian Bolte im Kajak-Einer offenbar beflügelt haben. In der Junioren-Klasse entschied der Lippstädter alle drei Finalläufe für sich. Dabei war Bolte noch am Freitag überrascht über seine eigene Leistung gewesen, da es in dieser Saison noch keine vergleichbaren Wettkämpfe gab. Mit dem ersten ersten Platz an diesem Wochenende war das Tor zur EM-Qualifikation jedenfalls geöffnet.

Einen Tag später versetzte der Kanute dann nicht nur sich selbst in Erstaunen, sondern auch das komplette mitgereiste WSC-Team. Mit Platz eins im Semifinale knüpfte er nahtlos an seine Vortagesleistung an und bestätigte seine Topform schließlich auch im Endlauf. Die Quali für die Teilnahme an der Europameisterschaft (U18/U23) in vier Wochen in Krakau war perfekt, denn: Egal, wie das letzte Rennen um die Deutsche Meisterschaft ausgehen würde, das schlechteste Ergebnis wird gestrichen.

Wer jetzt glaubte, Julian Bolte würde sich auf seinen Lorbeeren ausruhen, sah sich getäuscht. Zwar ließ es der junge WSCler im Halbfinale ordentlich „klingeln“, berührte nämlich gleich drei Torstäbe und kassierte sechs Strafsekunden, doch reichte es am Ende dennoch als Neunter fürs Finale. Eine andere Ausgangsposition, die Bolte gar nicht schlecht fand: „Ich war sehr entspannt, denn mit Startplatz zwei im Finale hat man nicht so einen hohen Druck.“

Druck? Den machte Bolte dann ordentlich auf die Konkurrenz. In 91,23 Sekunden rauschte er fehlerfrei durch den Kurs und konnte jetzt ganz entspannt zusehen, wie sich seine Gegner an dieser Zeit die Zähne ausbeißen. Und genau so kam es: An diesem Tag war gegen einen Julian Bolte in Topform nichts zu machen. Mit 2,95 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Benjamin Kies (Böllberger Sportverein Halle) und 4,55 Sekunden auf den Dritten Til Berger (Leipziger Kanu Club) durfte sich der Lippstädter nach dem Rennen völlig zurecht Deutscher Meister nennen.

Drei Wettkampfsiege an einem Wochenende, der Einzug in die Nationalmannschaft, der Deutsche Meistertitel im Kajak-Einer der Jugend/Junioren und Vize-Deutschland-Cup Gewinner – das hat es in der Vereinsgeschichte des WSC Lippstadt noch nicht gegeben. Nun geht es ohne Pause ins Training für die EM im Kanuslalom. Am kommenden Sonntag beginnt das Team Deutschland mit der direkten Wettkampfvorbereitung in Markkleeberg. Für den Lippstädter öffnet sich damit die Tür in eine neue Dimension des Kanuslaloms.

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